Zweit-Liga-Meister mit Abschlussbetrachtung

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Spiel, Spaß und vor allem Spannung gab es am letzten Spieltag der Gruppe Nord. Die Hamburger Skatrebellen schlugen am 21.02.2015 in Vollbesetzung in Winsen auf. Ziel war ganz klar der Aufstieg in die erste Bundesliga.

Die Ausgangssituation sah wie folgt aus:

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Vier Punkte auf Platz 2 und sechs Punkte auf Platz 3 sollten doch für den Aufstieg locker reichen…?

In der ersten Serie des Tages saßen wir mit Elbe Asse 2 und Geesthacht 1 am Tisch. Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass es jeweils Teams aus dem Mittelfeld waren, die mit dem Aufstieg in dieser Saison nichts mehr zu tun haben werden.

Ein lockerer Durchmarsch? Leider nicht. Ich hatte mit Jörg Ammer und Jörg Lucke zwei gute Spieler am Tisch und es wurde sich wenig geschenkt. Am Ende kam ich knapp vor Ammer ins Ziel, hatte aber nur ca. 700 Punkte auf dem Zettel. Den anderen Rebellen ging es vielfach ähnlich. Die Truppe um Lucke, Elbe Asse 2, hatte schnell ein Punktepolster erspielt und Platz 1 war außer Reichweite.
Andreas ging im letzten Spielviertel noch einmal rum und gab Anweisung „Attacke“ und tatsächlich zahlte sich verschiedentlich die Offensive aus. Mit knapp 100 Punkten Vorsprung sicherten wir noch den zweiten Platz und konnten mit vier Wertungspunkten zufrieden sein.

Was hatte aber die direkte Konkurrenz erspielt?

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Adendorfbuche holte ebenfalls vier Punkte, Elbmarsch 1 und die Harburger Skatfreunde 1 holten sogar sechs Punkte. Aus zwei Konkurrenten wurden somit drei, wir hatten jedoch weiterhin alles in eigener Hand.

Die zweite Serie des Tages fand wie auch sonst mit den Teams der ersten Serie statt, also wiederum Geesthacht 1 und Elbe Asse 2. Es lief erneut äußerst holprig, ein richtiger Spielfluss kam nicht zustande. Schon nach kurzer Zeit lagen wir einige hundert Punkte hinten, kamen jedoch nie wirklich näher. Am Ende waren es satte 600 Punkte Rückstand auf Geesthacht und Elbe Asse:

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Immerhin hat auch Adendorfbuche Federn gelassen und konnte somit den Abstand nicht verkürzen. Die Harburger Skatfreunde 1 hatten allerdings einen hervorragenden Start erwischt und die nächsten 6 Punkte geholt. Auf einmal waren die Harburger die ärgste Konkurrenz, da sie mit den meisten Spielpunkten bei Punktgleichstand vor uns landen würden.

Die Tabelle nach 18 Serien:

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Die letzten beiden Serien standen an. Eine solch spannende Ausgangssituation für den Nachmittag hatten wir uns eigentlich nicht gewünscht. Nun mussten wir es so nehmen wie es kam, weiter konzentriert bleiben und wichtige Punkte einfahren. Wie auch bei den übrigens Spieltagen hatten wir das Pech, nicht einmal gegen Büchen antreten zu können. Stattdessen spielten wir 4-5 mal mit anderen Teams. Naja, aktuell konnte man daran eh nichts mehr ändern, also den Spielplan akzeptieren und spielen…

In der 19. Serie hatten wir wen wieder am Tisch? Ja, erneut die Elbe Asse 2 und ISPA Hamburg 3. Es stellte sich schnell heraus, dass wir uns gegen ISPA Hamburg gut behaupten können, 4 Punkte uns sicher waren. Die Elbe Asse 2 hatten jedoch einen sehr guten Tag erwischt und 6 Punkte waren nicht drin in der vorletzten Serie des Tages.

Die Ausgangssituation vor der letzten und damit entscheidenden Serie der Saison 2014/2015:

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Erstmals nach dem ersten Spieltag lagen wir nicht mehr an der Tabellenspitze. Harburg hatte uns überholt aufgrund der größeren Anzahl Spielpunkte. Und auch Adendorfbuche, die uns im Nacken saßen, hatte mehr Spielpunkte auf dem Konto. Das Gute war weiterhin: Wir hatten es selbst in der Hand. Außerdem dürften 4 Punkte womöglich auch für einen Aufstieg genügen.

Und endlich kamen gute Karten. Michi blieb als Ersatzmann draußen und erstmals in dieser Saison nahmen wir die Chance des Auswechselns nicht wahr. An allen Tischen lief es gut für uns. Zur Mitte der Serie waren wir leicht vor den Elbe Assen. Der Vorsprung wuchs und ich war der letzte Tisch, der noch nicht fertig war. Ich durfte 700 Punkte auf Elbe Asse verlieren, holte jedoch sogar den Tisch und der Aufstieg war perfekt.

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Drei Skatrebellen unter den ersten 20 er 2. Liga:

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Eine Abschlussbetrachtung:

Die Hamburger Skatrebellen haben gleich in ihrer ersten Saison gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Mit Teamgeist, gutem Skatspiel und Kollegialität haben wir die 2. Bundesliga dominiert und sind verdient aufgestiegen. Daran wollen wir auch in Zukunft anknüpfen. Der Spielbetrieb geht allerdings über das Skatspiel hinaus, weshalb ich hier die Chance für einen kleinen Rückblick nutzen möchte.

Organisation und Ablauf: Die Organisation war insgesamt sehr gut, allen voran Thomas Munzert hat strukturiniert und mit klaren Ansagen durch die Ligen geführt. Etwas merkwürdig waren Tischansetzungen ab dem 2./3. Spieltag. Aufgrund des Rückzugs zweier Teams gab es lediglich noch neun Mannschaften. Eine vermeintlich gerechte Spielansetzung erfolgte nicht mehr und so spielten wir kein einziges Mal gegen den ESV Büchen, sehr häufig gegen Elbe Asse 2 und wenig gegen die Harburger Skatfreunde.

Für uns hat es dennoch gereicht, allgemein wäre es jedoch sinnvoll in Zukunft gleichmäßigere Spielansetzungen vorzunehmen.

Verpflegung in der Stadthalle Winsen: Am ersten Spieltag hat das Buffet für die meisten Skatrebellen einen ordentlich Eindruck hinterlassen. Es gab eine Auswahl warmer und kalter Speisen, die Qualität war ok. Mit 7,50 € gab es auch faire Preise, einigen Teilnehmern der ISPA war dies jedoch zu viel, weshalb sie andere Skatfreunde dazu animierten, ihnen doch einen Teller für lau mitzubringen. Zudem haben beleibtere Gesellen nicht nur einen oder zwei volle Teller genossen, sondern sind bis zu fünfmal hingegangen. Dies führte wiederum dazu, dass der Gastronom kein ordentliches Geschäft machen konnte. Die Konsequenz gab es dann am zweiten Spieltag, bei dem man nur noch einen vollen Teller nehmen durfte und dafür 8 oder 9 Euro zu zahlen hatte. Wenn die Qualität des Essens gut oder sehr gut gewesen wäre, dann wären sicherlich auch mehr Teilnehmer darauf eingegangen. So zogen vermehrt Spieler zum Rewe um die Ecke und verpflegten sich auf diesem Weg.

Die Gastronomie wirkte vielfach unorganisiert und wenig strukturiert. Dazu kam noch, dass die Qualität des Essens offenbar abnahm. Zum Schluss gab es lediglich 15 – 20 Teilnehmer, die das Buffet nutzten. Der Chef der Gastronomie hat aus meiner Sicht die Gelegenheit verpasst ein gutes Geschäft zu machen. Wenn er drei ordentliche, beliebte und qualitativ gute Gerichte zur Auswahl gestellt hätte, wären bestimmt mehr Skatspieler auf das Essen des Veranstalters eingegangen. Stattdessen gab es labbrige Pommes, wässriges Tzatziki, verkochtes Gemüse und vielfach knorpeliges Fleisch. Dass sich dann nur wenige Abnehmer finden ist selbstverständlich.

Zudem war oftmals nicht nachvollziehbar, welche Wege die Getränkewagen nehmen. Vielfach habe ich es erlebt, dass während einer Serie überhaupt kein Wagen an den Tisch kam. Natürlich holte man sich dann am Ausschank direkt Getränke – dennoch sind auch dies verpasste Chancen. Schnell sprach sich herum, dass die Gastronomie schlecht war und ist der Ruf erst runiert…

Fehlende Siegerehrung:

Die Veranstaltung ging sehr unvermittelt zu Ende. Nachdem die zweite Liga durch war, hätten wir uns schon gewünscht, dass es eine kleine Siegerehrung gibt. Ob man dort nun einen Pokal erhält oder eine Urkunde ist eigentlich nebensächlich. Die ISPA hat durch die Abreizgelder so viel Geld eingenommen, dass man sich zum Schluss 10 Minuten hätte Zeit nehmen können, um Ergebnisse zu verkünden und Aufsteiger zu würdigen. Es geht dabei nicht um Preise selbst, sondern den Akt als solchen. Wenn vermittelt wird, dass ein Aufstieg keinen Wert hat, dann ist das sicherlich kontraproduktiv um für diese Liga zu werben. Kleine Investitionen in Abläufe können da aus meiner Sicht Gold wert sein, denn die zweite Liga hat schon mit der Anzahl an Mannschaften zu kämpfen und ich bezweifle, dass dies im Sinne der ISPA ist. Ich werde Thomas Munzert auf diesen Beitrag verweisen und womöglich gibt er dies ans Präsidium weiter bzw. macht sich für die Zukunft dazu Gedanken.

Noch einmal zusammengefasst: Es geht darum einen runden und netten Abschluss zu finden, was die Mannschaften, aber auch Einzelspieler betrifft. Wer Skatförderung möchte, sollte auch bei solchen Veranstaltungen mit angemessenen Rahmenbedingungen agieren. Die ersten drei Platzierten der ersten und zweiten Liga im Einzel und in der Mannschaft hätten aus meiner Sicht eine Würdigung am Veranstaltungsort verdient gehabt.

Alles in allem freuen wir uns aber auf die nächste Saison und die kommenden Turniere der ISPA. Das nächste große Ereignis ist die deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Rotenburg / Fulda. Auch dort mit an Bord: Die Hamburger Skatrebellen…

3 Kommentare

  1. Liebe Skatrebellen,
    als erstes möchte ich Euch von meiner Seite aus zum verdienten Aufstieg gratulieren. Es hat mir meistens großem Spass bereitet, mit/gegen Euch zu spielen. Für meinem Verein den Elbe-Assen leider nicht so erfolgreich. GRINS!!!
    Als weiteren Punkt sollte ebenfalls erwähnt werden, dass Eurer Internetauftritt, insbesondere den Beiträgen zum aktuellen Spieltag, sehr gut beschrieben sind.
    Nun wünsche ich Euch viel Spass und Erfolg in der 1. Bundesliga.
    Mit skatsportlichen Grüßen
    B. Kastenholz
    Elbe-Asse

  2. Hallo Björn,

    danke für deine netten Worte und die Glückwünsche. Bei euch lief es ja zum Schluss noch erfreulich, wenn auch in dem Fall etwas zu spät.

    Wenn du mal Lust hast, komm uns gern beim Vereinsamt besuchen, Gäste sind herzlich willkommen.

    Viele Grüße

    Sebastian

  3. Hallo Björn,

    vielen Dank für die Glückwünsche. Ich kann das Kompliment nur zurückgeben, auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht gegen euch zu spielen. Ich hoffe, dass ihr im nächsten Jahr ein bisschen bessere Karten bekommt und wir uns spätestens 2016 in der 1. Bundesliga wiedersehen werden. 🙂

    Viele Grüße

    Jens

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