Michi und Andi bei den Tandemmeisterschaften

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Freitag, 7. August 2015 – früher Vormittag. Ein Mercedes GLK fährt im Buschrosenweg in Bramfeld vor. Michi Holtz sitzt am Steuer; mein Partner für die Auswärtstour. Mit an Bord: etwas Reiseproviant, massig Vorfreude und gute Laune. Gegen 10 Uhr sind wir auf der Autobahn und etwa 450 km liegen vor uns. Nach gut fünf Stunden, einigen Stop and Goes und einem ganzen Haufen Wetterkapriolen sind wir schließlich im Maritim-Hotel in Bonn. Dies wird unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte und gleichzeitig Austragungsort der 10. Deutschen Tandemmeisterschaften sein.

Den Rest des Tages nutzen wir sofort, um uns mit den Beförderungsbestimmungen des Bonner Nahverkehrs (darf eine 4-Fahrten-Karte von 2 Personen genutzt werden?) vertraut zu machen. Die Innenstadt wird besichtigt und dann geht es runter zur Rheinpromenade.

rhein

Nach einem ausgedehnten Fußmarsch bei herrlichem Sommerwetter, der unter anderem am ehemaligen Regierungsviertel vorbei führt, landen wir dannschließlich im „Kunstgarten Bonn“.

Kleinkünstler und Newcomer bekommen dort die Chance ihr Können zu zeigen. Auf dieses am Freitag auftretende Exemplar hätte ich allerdings gerne verzichtet. Aber hauptsächlich kehren wir dort ein, um uns zu stärken. Michi hat Salat und für mich gibts CyPo, dazu ein leckeres Alsterwasser, welches man in diesen abgelegen Gegenden als Radler bestellen muss. Sonst mischen sie das Bier tatsächlich mit Fanta, BÄH!

Kurz noch durch den Rheinaue-Park gehuscht und dann gehts zurück ins Hotel. Es steht ja um 20 Uhr ein Vorturnier an, in dem lediglich eine 48er Serie gespielt wird. Einen Preis holt hier keiner von uns. Also gibt es noch Steigerungspotential für die Meisterschaft.

Samstag, 8.August 2015 – Punkt 8 Uhr. Ich treffe mich mit Michi in der Lobby und wir entern das Restaurant um zu frühstücken. Es gibt reichlich Auswahl und das nutzen wir auch aus. Öfter erklingt ein „Moin Moin“, denn nach und nach trudeln einige bekannte Gesichter aus dem Hamburger Raum ein. Zum Abschluss gibt noch ein kleines Glas Sekt. Gut Blatt uns auf den 10.Deutschen Tandemmeisterschaften!

Kurz vor 10 finden wir uns im Saal ein. Nach diversen Ansprachen durch die Turnierleitung und den üblichen Begrüßungsfloskeln ist die Meisterschaft eröffnet.

meisterschaften

4 Serien am Samstag und 2 Serien am Sonntag liegen vor uns. Es gilt die Konzentration hochzufahren und zu halten. 2 Stunden später ist die erste Liste beendet. Wir haben alles andere als einen Traumstart erwischt. Michi erspielte mit einem 6/2 450 Punkte und bei meinem 8/0 fehlten 47 Punkte am Tausender.

michi-und-andi

In Serie 2 sollte ich dann auf den meiner Meinung nach schwierigsten Tisch des Wochenendes treffen. Aber das spielt keine Rolle, wenn Stechi einen Lauf bekommt und seine Spiele souverän vorträgt. Oftmals komme ich für 18 ran und ein Grand jagt den nächsten. Am Ende steht ein 18/1 und 1842 Punkte zu Buche. Fast ärgere ich mich über das einzige verlorene Spiel, einen „Null“ mit Herz   7 und 10 als Baustelle, der von den Gegenspielern sauber geknackt wird. Von Michi kommt ein souveränes 10/0 mit 992 Punkten. Gesamtergebnis nach 2 Serien: 4237 Punkte, das kann sich durchaus sehen lassen.

Zur dritten Serie wird dann erstmals. Michi hat Walter von Stegen am Tisch und liefert gerade dort seine beste Runde des Turniers ab. Er profitiert nicht nur von Walters Ausführungen, sondern spielt gegen sehr gute Spieler tatsächlich zu 0 und seine 11 Gewinnspiele erbringen 1270 Punkte. Dass diese Runde ihm am meisten Spaß gemacht hat, kann ich gut nachvollziehen. Bei mir macht sich ab der Mitte der Serie eine fehlende Mütze Schlaf bemerkbar und ich bin nicht ganz auf der Höhe. Vielleicht wurde ich auch von den Anderen am Tisch angesteckt, denn das Gegenspiel war teilweise sehr abenteuerlich. U.a. gewinnt Hinterhand einen „Pik ohne 3 mit verdecktem Schneider“ bei Reizwert 50, obwohl 4 Trumpf dagegen stehen und er noch eine faule Lusche führt. Einmaliger Spielverlauf, den es wahrscheinlich auch nie wieder geben wird. Einziger Trost ist, dass ich mir das Elend als Kartengeber angucken darf und selber nicht beteiligt bin. Aber manchmal jammere ich ja auch auf hohem Niveau. Ich gewinne diesen Tisch mit einem 15/2 und glatt 1400 Punkten. Nun haben wir 6907 Punkte und sind in der Gesamtwertung auf Platz 20.

Serie 4, ich sitze an Tisch 9 Platz 4. So langsam muss ich mal kneifen, ob das hier mit rechten Dingen zugeht. Wenn wir tatsächlich mit so etwas wie Ambitionen angereist sind, dann ging es um den letzten Geldpreis der mit wahrscheinlich 11400 Punkten weggehen wird. Aber anscheinend ist viel mehr für uns drin. Meine Aufmerksamkeit ist wieder voll da und auch diesmal ist meine Spielstärke Trumpf. Dank sauberem Vortrag gibts für mein 11/0 1323 Punkte. Michi konzentriert sich aufs „Nichtskaputtmachen“ und ergaunert sich mit einem 6/0 772 Punkte. Damit ist zumindest sportlich der erste Tag gelaufen und wir befinden uns mit der Gesamtpunktzahl von 9002 auf einem sensationellen 17.Platz.

Nachdem die letzte Liste unterschrieben ist, stürmen wir das Buffet. Es gibt einige Köstlichkeiten, die verzehrt werden wollen und da kann man ja nicht „Nein“ sagen. Unser Verdauungsspaziergang führt uns zum Rheinufer und auf dem Rückweg durchs Villenviertel nach Plittersdorf, wo wir uns abermals mit den Beförderungsbestimmungen des örtlichen Nahverkehrs vertraut machen. Gegen 23 Uhr sind wir zurück und es gibt noch eine kleine Lagebesprechung auf der Terrasse des Hotels. Und Feierabend!

 

Sonntag, 8.August 2015

Pünktlich um 9.30 Uhr startet die 5. Serie. Gut geschlafen habe ich auch diese Nacht nicht, aber beim Spielen merke ich davon nichts. Nach 4 Päckchen stehe ich schon wieder auf 6/0. Am Ende springt ein 12/1 mit 1281 Punkten raus. Michi konzentriert sich weiter aufs „Nichtskaputtmachen“ und schleppt 764 Punkte bei 6/0 Spielen an. Somit haben wir vor der letzten Serie 11047 Punkte und ein Geldpreis scheint sicher. Ich kann jetzt schon mal verraten, dass die Grenze am Ende bei 11450 Punkten liegen wird.

Es ist kurz vor 12 Uhr, wir haben beide ausgecheckt und kurz darauf beginnt die finale Serie. Zum dritten Mal in Folge führt mich mein Weg an Tisch 9. Weiterhin gehe ich kontrolliert offensiv zu Werke und tatsächlich stehen auf meiner Liste nach Spiel 25 nur Gewinnspiele, nämlich 9 und in etwa 460 Punkte. Nun gehe ich bei Michi schauen, der leider nur 3/1 steht. Die 2. Serienhälfte läuft für mich katastrophal. Ich bekomme häufig ausbaufähige Starthände, aber es wird massiv gegengereizt, manchmal sogar von beiden. So gibt es noch paar dicke Blätter am Tisch, aber nicht mehr für mich. Lediglich 2 Gedrehte und ein 33er-Gewinnspiel gehen noch auf mein Punktekonto, welches am Ende 1133 Zähler aufweist. Michi endet bei einem 5/1 und erzielt 506 Punkte.

Resume:

Organisatorisch lief bei diesem Turnier immer alles bestens und bereits eine Viertelstunde nach der Abgabe der letzten Liste, konnte die Siegerehrung durchgeführt werden. Unsere Gratulation geht an den 10.Deutschen Tandemmeister, den Spitzenspielern Timo Gläss und Martin Däuber. Einen hervorragenden 4.Platz erreichten Frank Brunkhorst und Dieter Knütel von den Skatfreunden Rosengarten. Mit diesen beiden werden wir in der nächsten ISPA-Saison das Vergnügen haben. Wir landeten am Ende mit erzielten 12686 Punkten auf Rang 34 von 294 qualifizierten Tandems.

preis

Das ist eine riesen Leistung, aber es besteht tatsächlich noch Steigerungspotential. Auf jeden Fall wurde klar, wer durch sauberes, kontrolliertes Reizverhalten und Spielen wenig Spiele verliert, kann es immer weit nach vorne schaffen.

Bevor es zurück in die Hansestadt ging stand noch die Besichtigung des Drachenfelsens an. Dabei empfiehlt es sich 600 m Steigung nicht einfach so auf die leichte Schulter zu nehmen.

schloss

Aber die Aussicht von dort oben ist einfach nur geil. Auf dem Rückweg kehrten wir dann in eine Biergarten ein, in dem ich das schlechteste Jägerschnitzel meines Lebens essen durfte. Michi hatte mal wieder einen Salat. Dazu gabs ein leckeres Alsterwasser. Gegen 5 Uhr fuhr dann ein Mercedes GLK vom dortigen Parkplatz und wir machten und auf den Heimweg.

Nach gut vier Stunden, einigen Stop and Goes und der Erkenntnis, dass so ein SuV tatsächlich 230 km/h fahren kann, kamen wir gut in der Heimat an. Und ich bin mir nicht mehr sicher, wer mich eigentlich dazu aufgefordert hat diesen Bericht zu schreiben.

Allzeit Gut Blatt wünscht Stechi.

PS: Hallo Bernd Szymczak! Wir würden uns gerne für die Tandemvorrunde der VG 21 im Jahr 2016 anmelden.

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