Skatrebellen trumpfen in Rotenburg auf

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Abfahrt

Mittwoch, 13. Mai 2015 – früher Nachmittag. Ein VW-Bus fährt in der Bismarckstraße in Eimsbüttel vor. Michi Holtz sitzt am Steuer; unser Fahrer für die Auswärtstour nach Hessen. Mit an Bord: Gottes Segen, denn unser Gefährt befördert normalerweise nur gläubige Mitbürger. Wir hoffen an ein gutes Omen, denn für die nächsten Tage könnten göttliche Karten den Hamburger Skatrebellen helfen. Sieben Gefährten machen sich auf, um in Rotenburg bei der Deutschen Meisterschaft im Skat groß aufzutrumpfen.

bus

Von Eimsbüttel ging es zunächst zum Berliner Tor, um dort Gilbert, Franky und Andreas einzusammeln. Gegen 15 Uhr waren wir auf der Autobahn und hatten etwa 380 KM vor uns. Nach gut fünf Stunden und einigen Stop and Goes waren wir schließlich an unserer Unterkunft angekommen.

Villa Fuldablick

Jens hatte die Villa Fuldablick gebucht, die in Altmorschen, einem Vorort von Rotenburg, liegt. Auf zwei Etagen hatten wir dort für fünf Tage ein angenehmes Domizil mit hervorragender Aussicht gefunden.

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ausblickUm nicht aus der Übung zu kommen, gab es am ersten Abend die bekannten Clubserien, bei denen Franky als Sieger vom Tisch ging. Einige Rebellen gingen anschließend gegen Mitternacht schlafen, andere führten noch geistreiche Gespräche bei einem guten Tropfen bis nach 4 Uhr. Alles kein Problem, denn am nächsten Tag startete der Mannschaftswettbewerb eh erst gegen 13 Uhr.

Spielort und Arena

Die Spielstätte in Rotenburg liegt auf einer Anhöhe beim Hotel Goebels, an das praktischerweise auch gleich ein(e) Krankenhaus / Kurstätte angeschlossen ist. Im Laufe der fünf Tage mussten sich nämlich insgesamt acht Skatfreunde auf Herz und Nieren prüfen lassen. Die Turnierleitung hatte gut geplant.

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Im norddeutschen Bereich hatten wir uns bereits nach dem souveränen Auftritt in der ISPA Gruppe Nord einen Namen gemacht. Offensichtlich sprach sich dies auch am Spielort rum. Als wir am Donnerstag Mittag eintrafen, sahen wir teilweise in verängstigte Gesichter. Niemand wollte uns am Tisch haben, einigen Skatspielern wurde teilweise schlecht, weil Sie wußten, dass es für einen der vorderen Plätze wohl nicht reichen würde, wenn sie gegen uns spielen mussten.

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Oben im Hintergrund sieht man den Veranstaltungsort, vorne einen Spieler, der sich vor Furcht krümmt.

Rebellen zeigen Schnecken wie es geht

Nach diversen Ansprachen durch die Turnierleitung und den üblichen Begrüßungsfloskeln war der Mannschaftswettbewerb der Deutschen Meisterschaft 2015 eröffnet. Standesgemäß gingen wir als Favoriten ins Rennen. Mühelos ließen wir die Karten in der ersten Serie fliegen, gönnerhaft manchen Gegner gewinnen, nur um am Ende mit Leichtigkeit 6 Punkte einzufahren.

Ein Team macht allerdings auch auf sich aufmerksam: DIE SKATSCHNECKEN

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Das Team mit dem coolsten Namen und größtem Frauenanteil. Es hat Spaß gemacht mit dieser munteren Truppe zu spielen.

Nach der ersten Serie und den fantastischen 6 Punkten hatten wir ganz viel Pech. Schlechte Karten und grausame Findungen. Zudem wurde fast nur noch am Tisch gemauert und was soll man da schon machen? Es blieb bei 6 Punkten und dennoch haben wir gezeigt was wir können.

Da wir nach dem ersten Tag wußten, dass es mit einem der vorderen Plätze nichts mehr wird, haben wir strategisch entschieden am zweiten Tag Kräfte zu sparen und nur noch das Nötigste zu spielen. Ein hervorragendes Ergebnis sprang am Ende dennoch raus und wir fanden uns im oberen Bereich des unteren Drittels wider:

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Nachdem wir Glückwünsche entgegen genommen haben, ging es Freitag Abend zur Unterkunft zurück.

Gegrillte Stärkung nach Platz 16

Den Abend haben wir mit einem Grillfest eingeleitet, bei dem Jens den Grillmeister gab. Würste, Fleischlappen, Salate und Brot wurde gereicht und reichlich verzehrt.

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Mit kühlen Getränken wurden die Leckereien runtergespült. Kraft tanken für den Einzelwettbewerb, der am nächsten Morgen in der Frühe anstand. Die Skatrebellen hatten Donnerstag und Freitag als Team überzeugt, nun war ihr Einzelkönnen gefragt. Ob sie erneut so erfolgreich abschneiden würden?

Die Einzelmeisterschaft

Samstag um 8:45 in der Skatspielhalle. Ein kribbeln ist zu spüren, Reizwerte liegen in der Luft, genauso wie Altherren Eau de Toilette.

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Im Hintergrund sieht man schon die Pokale aufgereiht. Wer von den Rebellen wird wohl Sonntag Abend auf die Bühne gebeten? Heißer Kandidat ist Michi, der im Mannschaftswettbewerb schon passable Leistungen gebracht hat. Als unser Joker wurde er diesmal allerdings häufiger aus- als eingewechselt. Dennoch hat er nicht nur als Fahrer überzeugt, sondern auch im Geben von Karten und Halten von Reizwerten. Für das Einzel sollte er nun auf bessere Karten hoffen können und wurde belohnt.

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Michi starte erfreulich in den ersten Tag und hatte nach vier Serien fast 4.000 Punkte zusammen. Pascal sogar über 4.400 und Sebastian knapp unter 4.000 Punkte. Für alle drei ging es also am Sonntag noch um die Fleischtöpfe.

Für einen Überraschungsmoment sorgte Franky. Unter den knapp 1.000 Skatspielern machte schnell das Gerücht die Runde, dass er im Einzel mit 29 zu 1 und über 3.000 Spielpunkten gestartet sei. Die Skatprominenz fasste sich an den Kopf und sah ihrerseits die Felle davon schwimmen. Bis zum ersten Zwischenstand dachten viele, der neue Deutsche Einzelmeister 2015 sei mit Franky bereits gefunden. Später stellte sich heraus, dass Franky stattdessen mit gut 290 Spielpunkten und 3 Platten gestartet sei; so kann man sich irren.

Bella cucina auf Indisch

Samstag Abend fuhren wir dann nach vier anstrengenden Serien in die Rotenburger Altstadt.

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Sebastian hatte einen waschechten Italiener ausfindig gemacht – bella cucina stand auf dem Programm. Gegen 20:30 Uhr stürmten die Rebellen das Rialto und wurden von freundlichen Indern in Empfang genommen. 100 Pizzagerichte, jede Menge Pasta, Schnitzel und Aufläufe standen auf der Speisekarte – insgesamt 1000 Positionen. Gilbert und Sebastian entschieden sich dann doch für dasjenige, was Inder meist gut kochen können – INDISCH. Franky versuchte sich nach der Bestellung direkt bei der Bedienung Geld zu leihen – vergeblich.

Auch andere Skatspieler der Meisterschaft suchten das Rialto in Rotenburg auf. Andreas probierte noch einen Preisskat zu organisieren – fand jedoch kein Gehör. Es wurde schon genug Skat gespielt. Nach der Stärkung ging es zur Unterkunft zurück. Gegen 0 Uhr waren alle im Bett.

Schlussakkord

Michi verlor am zweiten Einzeltag etwas an Boden, Pascal und Sebastian blieben allerdings auf Kurs und durften sich am Ende über Preisgelder in Höhe von 90 (Sebastian) und 110 (Pascal) Euro freuen. Zwei Skatrebellen unter den ersten 130 Spielern – Respekt. Viele Hände waren zu schütteln, einige Autogramme zu geben. Die Ergebnisse der Einzelmeisterschaft im Überblick!

In der Zwischenzeit hatte sich Rittmeister Harnisch mit der Umgebung vertraut gemacht. Hinter der Skatarna gab es einige Ponys, die für Unterhaltung sorgten. Gilbert versuchte diese zu zähmen und gefügig zu machen. Immer wieder suchte er die Ponyweide zwischen den Serien auf – neue Freunde fürs Leben.

Was wieder deutlich wurde: Die Hamburger Skatrebellen haben den Meisterschaften ihren Stempel aufgedrückt. Erste Abwerbungsversuche wurden gestartet, Ablösesummen definiert. So einfach gehts aber nicht mit uns…

Auf der Rückfahrt taten wir noch einiges für die Mannschaftskasse, denn bestimmte Wörter durften während der Fahrt nicht gebraucht werden. Wohlbehalten lieferte uns Michi erneut in Hamburg ab. Es hatte sich ausgezahlt, dass mich nicht nur das Fahrenbuch vorbildlich führte, sondern auch zwei Rebellen als mögliche Fahrer eintrug. Jederzeit waren Gilbert und Franky bereit das Steuer zu übernehmen und uns in die Heimat zurückzufahren.

Die Skatrebellen bedanken sich besonders bei Jens, der die Unterkunft organisiert hat und dafür sorgte, dass das Startgeld rechtzeitig bei der ISPA einging und die Meldungen erfolgte. Außerdem bedanken wir uns bei Michi, der den Transporter organisierte und uns jederzeit gut beförderte.

Unsere Truppe hatte viel Spaß und wird es sicherlich auch in Zukunft bei anderen Wettbewerben haben.

 

 

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