Deutsche Meisterschaften 2017 in Ulm

Anreise

700 lange Kilometer Wegstrecke gilt es zu überwinden, um zum Austragungsort der 39. Skatmeisterschaften zu gelangen. Es ist Mittwoch, der 24.Mai. Gegen 16 Uhr treffen sich die fünf einsatzbereiten Rebellen Franky, Pascal, Michi, Sebastian und Andi am Hamburger Flughafen. Gründlich durchsucht passieren wir die Sicherheitskontrolle, Franky muss einige Verluste bezüglich seiner Hygieneartikel erleiden. Das Himmelfahrtskommando kann beginnen. Leicht verspätet startet um halb 6 der Flieger in Richtung Stuttgart und runter kommen wir tatsächlich auch wieder. Nach Raucherpause und Proviantauffüllung geht es nun mit der S-Bahn zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Mehr als pünktlich erreichen wir dort um 20 Uhr den „Interregio-Express“ nach Ulm. Gut 90 Minuten später stehen wir mit Sack und Pack vor unserer Unterkunft, dem Hotel „Stadt Lindau“ in Neuulm.
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Kurz werden die Zimmer inspiziert und sich frisch gemacht. Wenige Minuten später sind wir auf der Suche nach etwas Essbarem. Unsere Wahl fällt auf einen „Griechen“. Bei Fleisch und Vitaminen schwören wir uns auf die anstehenden Skattage ein. Noch weit vor Mitternacht sind wir zurück in der Unterkunft.

Ligacup am Donnerstag und Freitag

Donnerstag, 25.Mai „Christi Himmelfahrt“
Gut ausgeschlafen sammeln sich die Rebellen gegen 10 Uhr vorm Hotel. Schnell trifft man auf „alte Bekannte“, denn die Mannschaft der Elbe Asse hat sich im wenige Meter entfernten „Hotel Garni“ niedergelassen.

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Unser Weg führt uns vom bayrischen Neuulm in die Innenstadt von Ulm, welches in Baden-Württemberg liegt. Einmal über die Herdbrücke geschlendert, schon sind wir da. Schnell finden wir einen Bäcker unseres Vertrauens, wo ausgiebig gefrühstückt wird. Dort werden wir auch in den kommenden Tagen einkehren. Nach einem knappen Kilometer Fußmarsch erreichen wir das „Maritim-Hotel“. Ein Großteil der Skatszene hat sich bereits eingefunden und fiebert der Eröffnung der Deutschen Meisterschaften entgegen. Um 13 Uhr ist es soweit. Es erfolgt das übliche Prozedere inklusive Wettkampfeid und Nationalhymne. Der Saal ist prall gefüllt, es kann losgehen. Wir starten im Ligacup , wo im Modus 4+1 gespielt wird. 44 Teams haben für diesen Mannschaftswettbewerb gemeldet. In den Shirts unseres Sponsors Euroskat machen wir eine gute Figur.

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Wir sitzen an 3, die Gegner heißen DSC Höllenasse Duisburg II, Grün-Weiß Garbenheim und Skat Team Berlin II. Es entwickelt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen allen bis zum Ende. Lachende Sieger werden die Jungs und Mädels aus dem Pott. Mit 78 Punkten Rückstand erkämpfen wir ein 4:2.

Auch die zweite Serie wurde im Vorfeld gelost, wir treffen auf die Kreuz Asse Bad Honnef, Euroskater Berlin II sowie ISPA Friedrichshafen II. Vor allem bei Sebastian läuft es anfangs rund, Pascal und Michi laufen gut mit. Franky wird aufgrund seines geringen Spielanteils bei Kapitän Andi vorstellig. Gewechselt wird jedoch bis zum Ende nicht und Franky gewinnt seinen Tisch mit einem 7/1. Michi haut nochmal richtig auf den Putz und macht knapp 1400. Wir holen „6“ mit 4632 Spielpunkten.

Zur dritten Runde wird erstmals gesetzt. In Gruppe 2 bekommen wir es mit den Lucky Loosern I, DSC Höllenasse Duisburg I und Geislingen II zu tun. Die Lucky Looser, eine Mannschaft mit Spielern vom DSKV-Verein Robin Hood Nürnberg, geben ordentlich Gas und haben zur Halbzeit 900 Punkte Vorsprung auf uns. Allerdings geht bei den anderen Teams kaum etwas, so dass wir 500-600 vor denen sind. Michis Karte ist tot und Andi übernimmt seinen Tisch. Wir sammeln ordentlich Punkte, während der Lucky Looser an Pascals Tisch das Ergebnis seiner Mannschaft aufs Spiel setzt. Bei Abrechnung sind leider die Rebellen im Pech und die Looser mit ihren 4240 Punkten im Glück. Wir haben leider nur 4157. Mit 14:4 Wertungspunkten sind wir gut gestartet und finden uns nach 3 Serien auf Platz 5 wieder.

Recht zufrieden mit der sportlichen Situation machen wir uns von dannen und begeben uns auf Nahrungssuche. Am Morgen wurde schon ein Burgerladen gesichtet, welcher nun unser Ziel ist.
Doch „Ronnie Biggs“ hatte sein ganzes Hack schon an den Mann gebracht. So machen wir gleich eine Reservierung für den Freitag klar. Beim Dönermann um die Ecke essen dann alle bis auf Michi Pizza. Der muss aus dem Rahmen fallen und bestellt sich einen Dönerteller. Die Rutsche Getränke ging auf Sebastian. Gut gesättigt kann es in Richtung Unterkunft gehen. Wir treffen uns noch am Platz vorm Einkaufszentrum in der Nähe zum gemütlichen Beisammensein und dem einen oder anderen Kaltgetränk.

Freitag, 26.Mai
Viertel vor 8 machen uns auf den Weg zum Frühstück ins benachbarte Bundesland. Bei Brötchen, Teilchen, Kaffeespezialitäten und Slush-Eis stimmen wir uns auf den zweiten Tag der Mannschaftsmeisterschaften ein. Punkt 9 beginnt dann Serie 4 zu der wir pünktlich erscheinen.
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In der zweiten Gruppe erwarten uns die Lüner Buben II, DSSV Rottweil und die Kreuzasse Bad Honnef, uns schon bekannt aus Serie 2. Mit gleicher Startformation wie an Tag 1 gehen wir diese Aufgabe an. Der Start verläuft beschwerlich und die anderen laufen uns davon. Es gibt den Wechsel Andi für Michi bei Spiel 30. Hinten raus machen wir noch etliche Punkte gut, aber es läuft auch bei den Lüner Buben an Platz 2, gegen die wir im Kampf um 4 Wertungspunkte das Nachsehen haben. Rottweil schnappt sich mit 4479 Punkten souverän die „6“.

Durch die 2 Wertungspunkte aus Serie 4 fallen wir in der Gesamtwertung vom 5. auf den 8. Rang zurück. In Serie 5 haben wir mit ISPA Hamburg III zum ersten Mal ein Team der Gruppe Nord an unserem Tisch. Dazu gesellt sich das Euroskat Team Köln und abermals die Lüner Buben II.
Pascal ist Wechselspieler und sein Einsatz zeichnet sich sehr schnell ab. Letztendlich kommt er für Franky kurz vor Halbzeit. Anscheinend sind wir irgendwie verseucht, was in katastrophalen 2164 Spielpunkten mündet. Köln macht den Sechser, ISPA Hamburg bekommt 4 und die Lüner Buben 2 Punkte.

Voller Hoffnung und in Schlagdistanz nach ganz oben waren wir in den zweiten Tag gegangen. Nun fallen wir auf Rang 18 zurück. Einziger Trost ist, dass es schlimmer wohl nicht mehr kommen kann.
In der sechsten und damit letzten Serie heißen unsere Gegner Stadthalle Winsener 8, DSKV Lauchert Sigmaringendorf sowie Team Sauerland II. Für alle Mannschaften gilt: Will man noch ins Geld kommen, müssen unbedingt 6 Punkte her. Die Startformation lautet nun: Sebastian, Andi, Franky und Pascal, Michi also auf der Bank. Wir erwischen einen Riesenstart und noch vor Halbzeit kommt die Ansage „Ganz ruhig!“. Bis zum Ende haben die Rebellen alles unter Kontrolle. Satte 5421 Spielpunkte sprechen für sich, ein versöhnliches Ende des Himmelfahrtkommandos.

Nun müssen wir bis zur Siegerehrung warten, um die genaue Platzierung zu erfahren. Sebastian geht nach vorne zur Bühne um den Umschlag mit dem Preisgeld für Platz 10 abzuholen. Ein Teil davon wird am Abend fürs Mannschaftsessen im Ronny Biggs draufgehen.

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Sieger des Ligacups wird das Euroskat Team Köln I, Zweiter die DSC Höllenasse Duisburg I, Dritter der DSSV Rottweil. Unseren Herzlichen Glückwunsch!
Kurz bemerkt sei, dass alle Mannschaften vor uns bis zum Treppchen weniger als unsere 24026 Spielpunkte hatten. Die Ergebnisse des Ligacups und der anderen Mannschaftswettbewerbe kann man auf der Website der ISPA Deutschland nachlesen.

Deutsche Einzelmeisterschaften

Samsatag, 27. Mai

Ab sofort müssen sich die Rebellen als Einzelkämpfer beweisen. Nach dem Frühstück bei unserem Lieblingsbäcker nehmen wir in der Spielstätte die Startkarten für den Einzelwettbewerb entgegen. Die ersten beiden Tische wurden im Vorfeld gelost, ab der dritten Serie wird gesetzt. Bei strahlendem Sonnenschein sind die Pausen in und zwischen den Serien sehr willkommen um mal ein paar Minuten auf der Terrasse zu verbringen.

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Sportlich ist der Tag nach 4 Serien gelaufen. Leider nicht so rund, wie es sich manch einer erträumt hat. Lediglich Sebastian liegt mit seinen 4223 Punkten in den Geldrängen, bei Pascal, Andi und Frankys stehen jeweils ungefähr 3500 Punkte zu Buche.  Michi liegt mit 2407 Punkten schon recht abgeschlagen auf Platz 595.

Den Abend verbringen wir bei Speis und Trank auf dem Neuulmer Stadtfest. Die eine oder andere Maß landet im Rebellenschlund. Ohne Andi, der sich gegen Mitternacht in Richtung Hotel verabschiedet, geht es noch in eine nah gelegene Diskothek. Allzu lange verweilen wir aber nicht auf der dortigen Party. Das Bett ruft.

Sonntag, 28. Mai

Treffen ist wie in den Vortagen viertel vor 8. Mit Gepäck betätigen wir uns erneut als Grenzgänger und machen uns auf den Weg in die Ulmer Innenstadt.

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Wir nehmen Abschied vom Bäcker unseres Vertrauens und wandern ein letztes Mal in Richtung „Maritim“.  Fast pünktlich wird um kurz nach 9 das Blatt zur 5. Serie freigegeben. In der ist Michi zwischenzeitlich auf Seriensiegkurs. Leider hält seine Karte nicht und es kommen noch 3 Platte dazu. Am frühen Nachmittag ist die Schlacht geschlagen. Zur Siegerehrung werden die TOP 20 auf die Bühne gebeten. Neuer deutscher Meister ist Robert Will.

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Sebastian kann sich als 153. noch über einen Geldpreis freuen. Andi belegt Rang 364, Pascal wird 370. und Franky rangiert auf Platz 477. Unseren eigenen Ansprüchen werden wir mit diesen Ergebnissen eher nicht gerecht. Michi kann noch einen kleinen Achtungserfolg erzielen, in dem er mit den heutigen 2 Serien seine Punktzahl verdoppelt und als 505. platziert ist. Ziemlich gechillt können wir noch etwas das Flair auf der Terrasse genießen, unser Flieger in Stuttgart startet planmäßig erst um 21.15 Uhr.

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Der Weg zum Flughafen verläuft leicht turbulent. Unser „Interregio-Express“ kommt nicht pünktlich aus Ulm weg. Die Waggons sind gut gefüllt. Es gibt einen Polizeieinsatz, da sich Reisende mit Fahrrädern verständlicherweise weigern, den Zug zu verlassen. Laut Durchsage blockieren sie damit Flucht-und Rettungswege. Irgendwann kann es dann tatsächlich losgehen.

Mit ungefähr 40 Minuten Verspätung kommen wir am Stuttgarter Hauptbahnhof an. Dank eines eingeplanten Puffers haben wir genug Zeit fürs Abendessen. Mit der S-Bahn geht es dann zum Flughafen.

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Am Terminal checken wir ein und passieren gegen halb 9 die Sicherheitskontrolle. Rechtzeitig sind alle Rebellen am Gate, aber weit und breit keine Maschine zu sehen. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich, denn der Flieger ist noch nicht einmal von Hamburg los, wie eine Durchsage kund tut. 90 Minuten Verspätung sind angesagt. So frönen wir einmal mehr unserem Hobby. Ein sechster Mann ist schnell gefunden und so spielen wir noch einen kleinen Preisskat mit 2 Dreiertischen. Die letzten 2 Päckchen müssen wir streichen, weil inzwischen der Flieger da ist und das Bording beginnt. Kurz vor 11 sind wir in der Luft und eine Stunde später in Hamburg. Dort erwarten uns noch Jens mit Freundin Nicole, sowie Pascals Freundin Nadine, ein toller Abholservice. Jedoch nur für Don Pasco, Basti nimmt ein Taxi. Michi, Franky und  Andi schaffen gerade so die letzte Bahn in Richtung City.

Schlusswort:  Eine schöne Zeit in Ulm, nächstes Jahr ruft Bonn!

 

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